8. Mai 2026 81 Jahrestag der Befreiung vom Nazifaschismus

Liebe Freundinnen und Freunde,

der 8.Mai jährt sich zum 81. Mal. Zeitzeug:innen, sowohl die Opfer als auch die Täter, sterben altersbedingt. Uns als nachfolgender Generation kommt eine große Verantwortung zu, die Erinnerung an die Verbrechen des Nationalsozialismus aber auch die Befreiung vom Faschismus hochzuhalten und zu pflegen.
Die Bedrohung, Angriffe bis zu hin zu Morden durch Rechtsradikale, Neonazis und Rassisten gehören leider zur Realität in der Bundesrepublik. Mit den Wahlerfolgen der AfD sind die Zahlen von Straftaten mit rechtsradikalem Hintergrund laut offizieller Kriminalstatistik auf über 42.000 im Jahr 2024 explosionsartig gestiegen. Im Zeitraum von 2022 bis 2024 ist das eine Steigerung von 48%.
Nie zuvor In der Geschichte der Bundesrepublik haben rechte und neonazistische Kräfte das gesellschaftliche Klima so vergiftet wie aktuell. Angriffe auf Bürgermeister:innen, Politiker;innen, Antifaschist:innen, queere Menschen, Jüd:innen, Moslems, Roma und Sinti, Obdachlose sind grauenhafter Alltag. Gerade bei männlichen jungen Menschen ist die Bereitschaft rechtes Gedankengut in Taten münden zu lassen besonders ausgeprägt. Etwa 30% junger Männer haben bei den Wahlen in Rheinlandpfalz rechtsradikal gewählt. Im Mai 2025 ist eine rechte Terrorgruppe von den Ermittlungsbehörden zerschlagen worden. Die mutmaßlichen Täter sind zwischen 14 und 18 Jahren alt. Sie haben Brandanschläge durchgeführt und geplant. Eine Einheit des Kommando Spezialkräfte musste aufgelöst werden, da mindestens 20 von ihnen eindeutig rechtsradikal sind und an Umsturzplänen arbeiten.
Einige Politiker:innen der bürgerlichen Parteien arbeiten zeitweilig mit der AfD zusammen und stimmen sich bei Abstimmungen im deutschen Bundestag und im EU-Parlament ab. Das ist ein Fehler historischen Ausmaßes und darf keinesfalls normalisiert werden.

Der Kampf um die Herzen und Köpfe in der Bundesrepublik hat längst begonnen und es droht ein politischer Wandel, der alle progressiven Menschen, Projekte, die vielfältige Kultur, Menschen aus anderen Kulturkreisen, die Justiz, die Presse- und Redefreiheit und letztendlich jeglichen Ansatz einer freieren Gesellschaft torpediert. Es gibt also nicht nur eine historische Verantwortung der Nachkommen der Tätergeneration. Es geht um nichts anderes, als genau diesen Rechtsruck zu bekämpfen. Viele mutige Menschen tun dies bereits und das unter zum Teil lebensbedrohlichen Bedingungen. Es ist unser aller Verantwortung sich dem Kampf um eine solidarische Gesellschaft anzuschließen und keine Form der Ausgrenzung und Diskriminierung, auch in unserem persönlichen Umfeld, zu dulden. Äußerungen wie von dem ehemaligen Parteivorsitzendem der AfD Gauland, der die Naziverbrechen als Vogelschiss der deutschen Geschichte bezeichnet, sind unerträglich.
Die deutsche und europäische Rechte greift unter dem Kampfbegriff der sogenannten „Remigration“ Menschen aus anderen Kulturkreisen gezielt an. Mit der sogenannten „Remigration“ ist nichts anderes als die Deportation von Menschen gemeint, die nicht in deren völkischen Vorstellungen

passen.

Lasst uns den 8. Mai zum Anlass nehmen, mit vielfältigen Aktionen den Angriff auf die Erinnerungskultur abzuwehren und den „Kampf gegen rechts“ offensiv aufzunehmen. Um erfolgreich sein zu können müssen wir uns deutlich besser vernetzen. Der 8.Mai bietet dazu eine Möglichkeit.

Warum diese Erklärung von einem Fußballverein?

Der Sport und speziell der Fußball ist ein Schmelztiegel von Menschen aus quasi der ganzen Welt. Es gibt keinen einzigen Profiverein, der keinen Menschen aus anderen Kulturkreisen zu seinen Teams zählt. Die Fans jubeln ihren Spieler:innen zu und feiern leidenschaftlich Erfolge ihres Clubs. Gerade im Frauenfußball werden offen homosexuelle Beziehungen gelebt. Leider ist es auf Grund des vorherrschenden Männlichkeitsbildes im Fußball bei den Männern nicht der Fall. Ein Wertewandel, der noch vor 2 Jahrzehnten unvorstellbar war.

Trotz allem sind Rechtsradikale in den Kurven vieler Vereine dominant. Gerade im Amateurbereich gibt es Teams, die sich ausschließlich aus Menschen mit einer rechtsradikalen Gesinnung bestehen. Rassistische Beleidigungen, tätliche Angriffe auf Menschen mit anderem kulturellen Hintergrund. progressiver politischer Haltung oder queerer sexueller Orientierung sind „normaler Alltag“ an den Spieltagen.
Darüber hinaus werden „Probleme“ mit Rechten und offen Rechtsradikalen von einigen Vereinsvorständen bagatellisiert oder offen unterstützt. Auch hier ist es mehr als notwendig ihren politischen Vorstellungen eine klare Absage zu senden.

Faschismus ist keine Meinung, sondern ein Verbrechen!

Klare Kante gegen rechts!

Für eine offene solidarische Gesellschaft!

Kein Mensch ist illegal!

Vorstand SC Sternschanze von 1911 e.V.